Denkfabrik Medizin

In diesem Podcast geht es um das ärztliche Denken. Insbesondere um Aspekte, wie Ärzte eine Diagnose stellen und was auf dem Weg der Diagnosestellung für Fallstricke und häufige Denkfehler auftreten können.

Dazu gehören so spannende Fragen wie:
- wie werden Diagnosen gestellt oder gar gemacht?
- was sind die Unterschiede zwischen Mustererkennung und analytischem Denken?
- welche Tests setzen wir zur Diagnosefindung ein und wie bewerten wir die Ergebnisse?
- und nicht zuletzt: wie gehen wir mit der Neigung unseres Gehirns um, Denkfehlern aufzusitzen?

Mit all diesen Fragen beschäftigen wir uns im Podcast. Dabei stellen wir immer ein Fallbeispiel aus unserer eigenen Praxis vor.

Wir beide, Ingo Krenz und Andreas Klinge sind Internisten aus Hamburg. Nachdem wir unsere Weiterbildung in Hamburger Krankenhäusern absolviert haben, sind wir beide seit mehr als 20 Jahren in der Praxis tätig. Ingo mit einem Schwerpunkt in der Nephrologie und Andreas mit einem Schwerpunkt in der Diabetologie.

Der Podcast erscheint alle 4 Wochen und richtet sich an Medizinerinnen und Mediziner. Wir denken dabei an ärztliche Kolleginnen und Kollegen, die am Denken und den Fehlermöglichkeiten, die dabei auftreten können, interessiert sind.
Wir denken aber auch an Studierende in den klinischen Semestern, die gerade dabei sind, das Diagnosestellen zu erlernen.

Unsern Podcast kann auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt abonniert werden.

Denkfabrik Medizin

Neueste Episoden

Folge 38: Fehler gehen unter die Haut - wir sprechen mit H.U. Schmidt über Scham- und Schuldgefühle i.d. Medizin

Folge 38: Fehler gehen unter die Haut - wir sprechen mit H.U. Schmidt über Scham- und Schuldgefühle i.d. Medizin

55m 15s

Scham und Schuld – die heimlichen Begleiter ärztlichen Handelns. Ingo und Andreas widmen sich einem
Thema, über das in der Medizin viel zu selten offen gesprochen wird. Zu Gast ist Dr. Hans-Ulrich Schmidt,
Facharzt für psychosomatische Medizin und Leiter der ärztlichen Psychotherapie im Ambulanzzentrum des
UKE. Gemeinsam gehen die drei der Frage nach, was Scham von Schuld unterscheidet, wo diese Gefühle im
ärztlichen Alltag entstehen – und wie wir besser mit ihnen umgehen können.

Am Ende steht eine klare Botschaft: Wer offen über Scham und Schuld spricht, entlastet nicht nur sich selbst – sondern tut den Kolleginnen und Kollegen einen...

Folge 37: Über die Niere in die große weite Welt

Folge 37: Über die Niere in die große weite Welt

40m 26s

Eine Patientin in ihren 70ern wird mit persistierend erhöhten Kaliumwerten bei Ingo vorgestellt. Über Monate
hinweg liegen die Werte stabil im pathologischen Bereich – und das bei völligem Wohlbefinden.

Eine echte Hyperkaliämie? Oder steckt etwas anderes dahinter?

Ingo und Andreas machen sich auf den Weg durch die Differenzialdiagnostik – von der klassischen TANTE-PIAV-
Liste bis hin zu „first principles“. Dabei wird schnell klar: Hyperkaliämie ist kein einfaches Muster, sondern fordert strukturiertes Denken.

Schließlich nimmt der Fall eine unerwartete Wendung: Ein auffälliges Blutbild führt schließlich zur entscheidenden Spur – und zu einer Diagnose, die weit über die Nephrologie hinausgeht.

Am Ende...

Folge 36: Nobody is perfect

Folge 36: Nobody is perfect

51m 49s

Fehler passieren – auch in der Medizin.

In dieser persönlichen Folge verlassen Ingo und Andreas bewusst die Rolle der Analytiker und werden selbst zu Fallbeispielen: Sie berichten offen von Fehldiagnosen, organisatorischen Versäumnissen und Denkfehlern – und davon, was diese emotional auslösen. Denn schnell wird klar: Scham, Schuld und Rechtfertigung sind ständige Begleiter, weshalb zu selten darüber gesprochen wird.

Anhand konkreter Fälle diskutieren die beiden unter anderem:
- eine übersehene Lungenembolie bei einer jungen Patientin
- einen überlesenen CT-Nebenbefund mit gravierenden Folgen
- eine seltene Erkrankung mit atypischer Präsentation
- die Gefahr diagnostischer Sicherheit („thinking stops when the diagnosis is made“)...

Folge 35: Wie sicher ist sicher?

Folge 35: Wie sicher ist sicher?

34m 45s

Eine 67-jährige Patientin entwickelt innerhalb weniger Tage eine dramatische Luftnot – so ausgeprägt, dass sie
schließlich nicht einmal mehr vom Stuhl zur Toilette gehen kann. Was steckt dahinter?

Andreas und Ingo nehmen euch mit in einen diagnostischen Prozess, der exemplarisch zeigt, wie mächtig
klinisches Denken sein kann – ganz ohne Technik. Ausgehend von einer strukturierten TANTE PIAV-Liste und
ersten Hypothesen arbeiten sich die beiden Schritt für Schritt voran und diskutieren dabei konsequent
Prätestwahrscheinlichkeiten. Dabei wird deutlich: Schon wenige gezielte Informationen können die
Wahrscheinlichkeit einer Diagnose massiv verändern. Im Zentrum der Folge steht die Frage:
Wann wissen wir genug – und...